Erfahre, was personenbezogene und persönliche Daten nach DSGVO sind, welche Daten dazugehören und warum der Schutz deiner Daten so wichtig ist.
Personenbezogene Daten & persönliche Daten nach DSGVO
In der heutigen Zeit werden personenbezogene Daten von uns von zahlreichen Unternehmen im Internet gespeichert. Auch wenn diese mittlerweile dazu verpflichtet sind, anzugeben, was sie alles festhalten, verlieren viele User die Übersicht. Denn wer hat schon Zeit, sich mehrere Seiten Datenschutzerklärung & Nutzungshinweise zu Cookies durchzulesen, nur weil er eine Internetseite besucht? Viele der genannten Unternehmen verhalten sich so, als würden ihnen die Daten der Kunden beziehungsweise Besucher gehören, doch das ist schlichtweg nicht die Wahrheit.
Deine Daten gehören dir – du bestimmst allein, was mit ihnen geschieht. Dieser Ratgeber beantwortet dir alle wichtigen Fragen rund um personenbezogene Daten und erklärt, wie du deine Datensouveränität bewahrst. Erfahre außerdem, wie du mit dem itsmydata BonitätsPass oder der MieterMappe deine Datenhoheit bei der Wohnungssuche schützt.
Was sind eigentlich personenbezogene Daten?
Wenn über die Daten einer Person – persönliche Daten – gesprochen wird, sind damit personenbezogene Daten gemeint. Der Begriff kommt aus dem Datenschutzrecht und ist in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) formal definiert als “[…] alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person […] beziehen […]”.
Im Falle von identifizierten Personen sind direkte Identifikatoren wie Name & Geburtsdatum in den Daten vorhanden. Bei einer identifizierbaren Personen sind gegebenenfalls keine Identifikatoren enthalten, die restlichen Daten erlauben jedoch einen Rückschluss auf die Person.
Insgesamt umfassen personenbezogene Daten somit beispielsweise folgende Informationen:
- Name
- Geburtsdatum
- Kontaktdaten (Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse)
- Familienstand
- Gesundheits- und Fitnesshistorie
- Zahlungs- und Bonitätsinformationen (z. B. aus öffentlichen Schuldner- und Insolvenzverzeichnissen)
- Reisepassnummer
- Standort- und Bewegungsdetails
- Personalausweisnummer
Dies zeigt, dass persönliche Daten sehr vielfältig sind und ein weites Feld umfassen. Sie werden in diversen Lebensbereichen und von verschiedensten Unternehmen und auch Institutionen erfasst.
Wann und von wem werden meine personenbezogenen Daten verarbeitet?
Viele von uns nutzen ihr Handy beziehungsweise ihr Tablet 24 Stunden am Tag und in dieser Zeit werden durchgehend bestimmte Daten mit anderen geteilt. Das Internet erzeugt den größten Teil der personenbezogenen Daten. Dazu hat die Digitalisierung und die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte natürlich im großem Maße beigetragen.
Wie soziale Medien unser Verhalten beobachten und analysieren
Gerade die Daten, die wir unbewusst teilen, sind sehr aussagekräftig. Facebook und die meisten anderen sogenannten sozialen Medien beobachten bei der Verwendung genau das Verhalten der User. So können sie unter anderem auch erkennen, was Dich interessiert, in welcher Region Du Dich gerade aufhältst und zum Beispiel auch, welchen Fußballverein Du magst. Die Netflix-Original Dokumentation "The Social Dilemma" beschreibt dieses Dilemma sehr eindrücklich.
Auch Google ist ein echter Datensammler. Immer wenn wir in der Suchmaschine irgendetwas eingeben, analysiert diese unsere Verhaltensweisen sehr tief. So lässt sich zum Beispiel eine perfekt zu den Zielgruppen passende Werbung erzeugen.
Mit diesen sehr personenbezogenen Daten verdienen die sozialen Medien sehr viel Geld. Und da sie sehr große Mengen an Daten sammeln und verarbeiten, werden diese Unternehmen häufig zurecht als sogenannte Datenkraken bezeichnet.
Personenbezogene Daten außerhalb des Internets
Auch in der Offline-Welt teilen wir immer wieder persönliche Daten. Wenn wir den Einkauf zum Beispiel mit der Kreditkarte bezahlen und dabei auch noch eine sogenannte Treuepunktekarte nutzen, geben wir unbewusst einige Daten von uns bekannt. Das Gleiche gilt für den Fall, dass ein sogenannter Fitnesstracker getragen wird. Denn auch dieser speichert viele Daten, wie zum Beispiel die täglichen aktiven Minuten, das Gewicht oder die zurückgelegte Strecke in sportlichen Aktivitäten.
Was sind die DSGVO und dein Auskunftsrecht für personenbezogene Daten?
Wenn Du wissen willst, was genau die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist und was mit dem Auskunftsrecht gemeint ist, solltest Du Dir den folgenden Absatz aufmerksam durchlesen. Erstere wird international auch als Data Protection Regulation (GDPR) bezeichnet und ist am 25.05.18 in Kraft getreten. Die EU will mit dieser neuen Regelung europaweit mehr Transparenz in Bezug auf die personenbezogenen Daten schaffen und die Rechte der Verbraucher stärken. Darüber hinaus soll sie einen fairen Wettbewerb in Europa schaffen.
Ganz allgemein legt die DSGVO europaweit fest, was die unterschiedlichen Unternehmen mit Deinen Daten machen dürfen und was nicht. Zudem existiert in jedem EU Land eine nationale Regelung, die sich jedoch nach der DSGVO zu richten hat und dieser untergeordnet ist. In Deutschland nennt sich diese Regelung Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).
Das Auskunftsrecht zu Deinen persönlichen Daten
In Artikel 15 der DSGVO ist festgelegt, dass alle Verbraucher ein Auskunftsrecht besitzen, um ihre Datensouveränität zu stärken. So kannst Du erfragen, ob ein Unternehmen Deine personenbezogenen Daten verarbeitet und welche Daten das sind.
Zudem stehen Dir Informationen über folgende Dinge zu:
- den Verarbeitungszweck
- die Art der personenbezogener Daten
- die Empfänger der Daten
- Gibt es ein Recht auf Korrektur oder Löschung der persönlichen Daten?
- die Herkunft der personenbezogenen Daten
- Besteht das Recht, sich bei einer Aufsichtsbehörde über die Verarbeitung zu beschweren?
- Werden die Daten in einem automatisierten Scoringverfahren genutzt?
- die geplante Speicherungsdauer
Zusammenfassend heißt das, dass Du das Recht hast zu erfahren, ob ein Unternehmen persönliche Daten von Dir verarbeitet und welche Informationen das sind. Auch kannst Du erfragen, warum es das tut. Wenn Du das tust, machst Du von Deinem Auskunftsrecht Gebrauch.
Häufige Fragen zu personenbezogenen Daten (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen personenbezogenen und persönlichen Daten?
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe synonym verwendet. Rechtlich gesehen nutzt die DSGVO den Begriff personenbezogene Daten, um alle Informationen zu beschreiben, die dich identifizierbar machen.
Wie hängen personenbezogene Daten und die Wohnungssuche zusammen?
Bei einer Wohnungsbesichtigung oder Bewerbung verlangen Vermieter oft sensible Daten. Mit der itsmydata MieterMappe oder dem BonitätsPass teilst du nur die notwendigen Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen, ohne unnötige private Details preiszugeben.
Kann ich die Löschung meiner Daten verlangen?
Ja, neben dem Auskunftsrecht hast du nach DSGVO unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Recht auf Löschung (Recht auf Vergessenwerden), wenn die Daten für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden.
