Auskunftei einfach erklärt: Erfahren Sie, was Auskunfteien sind, welche Daten sie speichern und warum sie für Bonitätsprüfungen wichtig sind.
Von Alexander Sieverts · Zuletzt geprüft am 13.07.2026
Für eine Auskunftei zählt vor allem, dass die wichtigsten Nachweise vollständig, aktuell und nachvollziehbar vorbereitet sind.
Aktualisiert am 22.05.2026
8 min read
Was genau speichert eine Auskunftei über mich? Öffentliche Schuldner- und Insolvenzverzeichnisse (Hartnegative Zahlungsdaten) dienen als zentrale Informationsquellen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Diese Register sammeln Daten über Zahlungsunfähigkeiten und gerichtliche Maßnahmen, um Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du diese Daten prüfst und einen Bonitätsnachweis für deine nächste Wohnungsbesichtigung erhältst.
Bestimmt hast du schon einmal von der Bonität oder Kreditwürdigkeit gehört und weißt, dass diese beim Abschluss von Verträgen für beispielsweise Kredite oder Mieten eine große Rolle spielt. Eine Wirtschaftsauskunftei greift dabei oft auf öffentliche Daten zurück, um deine Kreditwürdigkeit oder Bonität zu ermitteln und somit Auskunft über deine Zahlungsfähigkeit zu geben.
In diesem Beitrag erfährst du alles rund um diese Unternehmen und wie sie deine Bonität ermitteln. Am Ende verraten wir dir sogar, wie du ganz einfach deinen persönlichen BonitätsPass bekommen kannst.
Was ist eine Auskunftei und welche Rolle spielt sie?
Eine Wirtschaftsauskunftei ist ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, welches die Bonität und Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen ermittelt. Dazu werden wirtschaftsrelevante bzw. bonitätsrelevante Daten erhoben und verarbeitet, mit denen dann beispielsweise ein Score errechnet werden kann. In Deutschland gibt es mehrere relevante Dienstleister auf diesem Gebiet.
Alle diese Unternehmen verfolgen dabei das Ziel, Auskunft über die wirtschaftliche Lage und Betätigung, die Kreditwürdigkeit und die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern sowie Unternehmen geben zu können. Sie fungieren als Informationsmakler, die das Risiko für Kreditgeber (wie Banken oder Versandhändler) minimieren sollen.
Woher bekommt eine Auskunftei meine Daten?
Unternehmen bedienen sich verschiedener Quellen um die für die Berechnung des Scores benötigten Daten zu sammeln. Hierbei wird zwischen privaten und amtlichen Quellen unterschieden:
| Quellentyp | Beispiele für Datenquellen |
|---|---|
| Vertragspartner | Banken, Mobilfunkanbieter, Versandhandel |
| Öffentliche Register | öffentliche Schuldner- und Insolvenzverzeichnisse, Handelsregister |
| Amtliche Quellen | Bundesanzeiger, Gerichtsdaten |
Große Anbieter erhalten viele Daten von ihren unzähligen Vertragspartnern aus dem Handel sowie Banken- und Telekommunikationswesen. Neben den Vertragspartnern gibt es jedoch auch öffentliche und amtliche Quellen, in denen man offene Daten finden kann. Gemäß Art. 6 DSGVO ist die Verarbeitung dieser Daten unter bestimmten Voraussetzungen rechtmäßig, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
Welche Informationen werden in Verzeichnissen gesammelt?
Alle Anbieter sammeln zunächst einmal persönliche Daten wie Name, Alter, Geschlecht sowie die aktuelle und frühere Adresse.
- Adressdaten: Aktuelle und frühere Wohnsitze. Diese dienen auch der Identitätsprüfung.
- Hartnegative Merkmale: Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis, Haftanordnungen oder Privatinsolvenzen.
- Zahlungshistorie: Informationen über vertragsgemäßes Verhalten oder Mahnbescheide.
- Vertragsdaten: Laufende Kredite, Girokonten oder Mobilfunkverträge.
Die wichtigsten Daten zur Score-Berechnung sind jedoch die Angaben zum Zahlungsverhalten des Verbrauchers oder Unternehmens. Diese Daten können aus Mahn- und Inkassoverfahren oder Verträgen stammen oder es werden Informationen aus Quellen wie öffentlichen Schuldner- und Insolvenzverzeichnissen (Hartnegative Zahlungsdaten) herangezogen.
Wann darf die Bonität abgefragt werden?
Damit die Abfrage der Bonität rechtmäßig ist muss entweder ein berechtigtes Interesse von Seiten des Unternehmens an diesen Daten vorliegen oder du als Verbraucher musst der Abfrage ausdrücklich eingewilligt haben.
Ein Fall in dem das berechtigte Interesse zur Geltung kommt tritt dann auf, wenn das Unternehmen ein Kreditrisiko eingeht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Unternehmen einen Ratenkauf anbietet, du ein Auto leasen oder eine neue Wohnungsbesichtigung ansteht bzw. du eine neue Wohnung anmieten willst. Vermieter dürfen jedoch erst in der Endphase des Auswahlprozesses einen Bonitätsnachweis verlangen.
Woher weiß ich, welche Informationen über mich gespeichert sind?
Um deine Daten zu überprüfen kannst du ganz einfach eine Selbstauskunft anfordern. In dieser Selbstauskunft muss dargelegt werden, welche Daten genau von dir ermittelt und verarbeitet werden. Du hast mehrmals im Jahr die Möglichkeit, deine Daten anzufordern und der Dienstleister ist nach Art. 15 der DSGVO dazu verpflichtet, dir deine Selbstauskunft zu übermitteln.
Sollte dir ein Fehler auffallen so hast du nämlich die Möglichkeit mit Hilfe von Art. 16 der DSGVO deine Daten zu berichtigen oder mit Hilfe von Art. 17 der DSGVO Daten zu löschen. Regelmäßige Bonitätscheck-Durchläufe schützen dich vor falschen Scoring-Werten.
Der itsmydata BonitätsPass als Nachweis
Wenn du für eine Wohnungsbesichtigung einen schnellen Nachweis benötigst, bietet itsmydata eine Lösung. Während eine klassische Selbstauskunft oft sensible Details enthält, die nicht für Dritte bestimmt sind (wie Kontonummern oder alle Vertragspartner), ist der BonitätsPass ein kompakter Nachweis. Die Datenquelle des BonitätsPass sind dabei immer öffentliche Schuldner- und Insolvenzverzeichnisse (Hartnegative Zahlungsdaten).
Zudem bietet itsmydata den BonitätsPass+ sowie die umfassende MieterMappe an, um deine Chancen auf dem Wohnungsmarkt zu erhöhen. Registriere dich kostenlos auf unserem Portal und frage mit wenigen Klicks die Informationen ab, die auch jede Auskunftei für ihre Bewertung heranzieht. So behältst du die volle Souveränität über deine Identität und wirtschaftlichen Nachweise.
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FAQ zu öffentliche Schuldner- und Insolvenzverzeichnisse
Welche Stelle ist die wichtigste für Mieter?
Für die Wohnungsbesichtigung ist oft ein Bonitätsnachweis erforderlich. Neben einer Selbstauskunft anderer Anbieter kannst du auch den itsmydata BonitätsPass nutzen, der auf Daten aus öffentlichen Schuldner- und Insolvenzverzeichnissen (Hartnegative Zahlungsdaten) basiert.
Was kostet eine Auskunft bei den Dienstleistern?
Nach Art. 15 DSGVO hast du das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft (Datenkopie) bei jedem Anbieter. Diese dient der Information, ist jedoch oft nicht für Dritte als kompakter Nachweis geeignet.
Wie lange werden Daten in öffentlichen Verzeichnissen gespeichert?
Die meisten negativen Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis werden taggenau drei Jahre nach Erledigung gelöscht. Es lohnt sich, dies regelmäßig über eine Selbstauskunft zu prüfen, um sicherzustellen, dass jede Auskunftei über korrekte Informationen verfügt.
